Endlich können Sie den legendären Christoph Buggert wieder lesen! Und hier sogar gleich hören!

Nach einem Vierteljahrhundert gibt den viel gelobten Roman "Das Pfarrhaus" wieder, sogar in einer Neufassung unter dem Titel IM VIERTEN ZIMMER DER ZEIT


Christoph Buggert war und ist auf der sprachlichen Suche nach der verlorenen Zeit, die uns überall gestohlen oder vermiest wird. Er erzählt von der Freiheit, die man sich nehmen muss, wenn man es satt hat, im Gefängnis der Ungerechtigkeiten auszutrocknen.

Deshalb erzählte er beispielsweise in Das Pfarrhaus (1988) nicht von seinen Jugenderinnerungen, sondern er erfand einfach ein Erwachsenwerden in einem streng religiösen Haushalt in dem gottverlassenen Apfeldorf gleich am Rande des Irgendwo.

Was in diesem Roman, der 2014 in der Neufassung Im vierten Zimmer der Zeit erschien, indirekt in den Worten und Handlungen seiner Protagonisten zur Sprache kommt, ist eine beschwingt erzählte Perspektive, wie man sich gemeinschaftlich gegen die Anfeindungen unserer Zeit stemmen kann.

Nämlich ganz so wie jene Apfeldorfler, die dem Kosmos einen 32. Juli für ihren ganz eigenen Sommernachtstraum abringen. Das sind eben keine Apple-User, die ein Navigationsgerät oder Google Streetview brauchen, um zu wissen, wo auf der Welt sie sind.


Foto: Ben Moser (Copyright: Nachttischbuch-Verlag)
Christoph Buggert war Hörspielchef des HR. Seine jüngste Roman-Veröffentlichung: IM VIERTEN ZIMMER DER ZEIT
Gelegentlich werden wunderbare Manuskripte vergessen, weil beispielsweise Leser zu TV-Serien-Junkies mutieren oder Buchhändler von Bookstores gefressen wurden. Es gibt viele Gründe, warum wir oft nicht wissen, was für Schätze wir nicht einmal kennen.

Ab und zu bemerken wir vielleicht gerade noch, dass etwas fehlt in unserem Umkreis, in unserem Leben oder beim Leiden an Lärm, Umweltdreck und Scheinheiligkeit.

Doch wir wissen nicht, was es ist. Dann hören wir vielleicht zufällig einen Nachruf auf den wunderbaren Schriftsteller Peter Kurzeck, der seine Jugend in den Fünfzigerjahren in „Ein Sommer, der bleibt“ unmelancholisch und präzise, aber mit einer solchen Wärme beschrieb, dass wir ahnen, was mit der Welt inzwischen geschehen ist und warum uns die Worte fehlen.

So ein Zufall war es auch, als eines Sonntags Christoph Buggert zu Gast bei Michael Langer in der Sendung "Zwischentöne" im „Deutschlandfunk“ war und er Hörszenen und Geschichten mitbrachte, die so anders waren als alles andere, was sonst im Dudelfunk und in den längst nicht mehr so anspruchsvollen Programmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu hören ist. Buggert war selbst Wellenchef und Leiter der Hörspielabteilung – da wusste einer, wovon er redet und vor allem, worüber.

Denn Christoph Buggert war und ist auf der sprachlichen Suche nach der verlorenen Zeit, die uns überall gestohlen oder vermiest wird. Er erzählt von der Freiheit, die man sich nehmen muss, wenn man es satt hat, im Gefängnis der Ungerechtigkeiten auszutrocknen.

Deshalb erzählte er beispielsweise in Das Pfarrhaus (1988) nicht von seinen Jugenderinnerungen, sondern er erfand einfach ein Erwachsenwerden in einem streng religiösen Haushalt in dem gottverlassenen Apfeldorf gleich am Rande des Irgendwo.

Was in diesem Roman, der nun der Neufassung Im vierten Zimmer der Zeit erschien, indirekt in den Worten und Handlungen seiner Protagonisten zur Sprache kommt, hat – wie bei Kurzeck – nichts von Nostalgie oder sonstigem verklärenden Rückblick, sondern ist eine beschwingt erzählte Perspektive, wie man sich gemeinschaftlich gegen die Anfeindungen unserer Zeit stemmen kann. Ganz wie die Apfeldorfler, die dem Kosmos einen 32. Juli für ihren Sommernachtstraum abringen. Es sind eben keine Apple-User, die ein Navigationsgerät oder Google Streetview brauchen, um zu wissen, wo auf der Welt sie sind.

Sie können den Roman Im vierten Zimmer der Zeit gleich hier vom Sofa aus kaufen.

Oder Sie gehen morgen in die Buchhandlung nebenan und bestellen den Roman über libri - dann haben Sie ihn auch schon am nächsten Tag, in einer eigens für Sie gedruckten Ausgabe.

Übrigens: Christoph Buggert ist seit 1977 Schatzmeister der Deutschen Akademie für Darstellende Künste in Darmstadt. Ob das Präsidium wohl weiß, welchen Schatz sie da über Jahrzehnte hat?

Und übrigens: Am 17. Juni 2018 wurde Christoph Buggert einundachtzig Jahre alt - da gratulieren wir herzlich und wünschen uns weitere spannende Erzählungen.


 
Entwurf: Rainer Jogschies, Hamburg, Gestaltung: VANDAM. Copyright: Nachttischbuch-Verlag 2014, no use without written permissionEntwurf: Rainer Jogschies, Hamburg, Gestaltung: VANDAM. Copyright: Nachttischbuch-Verlag 2014, no use without written permissionEntwurf: Rainer Jogschies, Hamburg, Gestaltung: VANDAM. Copyright: Nachttischbuch-Verlag 2014, no use without written permissionEntwurf: Rainer Jogschies, Hamburg, Gestaltung: VANDAM. Copyright: Nachttischbuch-Verlag 2014, no use without written permission
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Ein Besuch im Museum der unvergessenen Geräusche

Bitte zuhören und mitreden...


Wieder ein wörtlich wundervolles Hörspiel des Autors Christoph Buggert: Ein Nachmittag im Museum der unvergessenen Geräusche. Es wurde von dem Komponisten Stefan Scheib und der Regisseurin Katharina Bihler realisiert, die 1997 das Liquid Penguin Ensemble gründeten. Seither befasst sich das Künstler-Ehepaar mit Projekten aus den Bereichen der Musik-Hörspiele, der Kunstperformances und der Klanginstallation.
  • Die Studioversion des Hörspiels wird am Sonntag, 24. Juni, 17.04 Uhr, auf SR 2 KulturRadio gesendet.
  • Eine öffentliche Voraufführung des SR-Hörspiels „Ein Nachmittag im Museum der unvergessenen Geräusche“ gibt es schon am Dienstag, 19. Juni 2018, um 19.30 Uhr in der Kantine des Kulturbahnhofs Saarbrücken zu hören. Der Autor Christoph Buggert reist eigens an. Auch Mitglieder des Liquid Penguin Ensemble sowie der SR-Hörspielredaktion kommen für anschliessende Gespräche.

Wer siebzig Minuten ein Hörspiel genoß, jene fast vergessene Form des deutungsvollen Geräusches, der kann noch einen ganzen und zudem großen Roman  lesen. Buggerts vorerst letzter Roman ist  im Buchhandel jederzeit Im vierten Zimmer der Zeit oder über libri oder online von zuhause über BoD erhältlich.

Mehr als in den üblichen Pressetexten und Wikipedia ist über den ungewöhnlichen Autor auf dieser Webseite nachzulesen. Oder es gibt weitere Lese- und Hörproben aus seinem letzten Roman.

Weitere Roman-Veröffentlichungen sind in Vorbereitung.


Foto: belleville-Verlag
Christoph Buggert war Hörspielchef des Hessischen Rundfunks. Seine jüngste Buch-Veröffentlichung als Herausgeber: SEISMOGRAPHIE DES HÖRSPIELS

Eine Station in der langen Geschichte bundesdeutscher Hörspiele

Christoph Buggert veröffentlichte eine "Seismographie"


Vor vierzig Jahren, im April 1977, wurde von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste die Initiative "Hörspiel des Monats" ins Leben gerufen. Der später hinzugekommene Preis "Hörspiel des Jahres" wurde 2017 zum dreißigsten Mal vergeben.

Mehrere hundert Produktionen wurden in den vergangenen Jahrzehnten ausgezeichnet, von jährlich wechselnden Jurys, die sich aus Publizist/innen und Kritiker/innen zusammensetzten. Das Prinzip des kontinuierlichen Wechsels sorgte für ständige, häufig kontrovers, aber immer produktiv geführte Diskussionen zur Qualität von Stücken, zu den Kriterien der Beurteilung künstlerischer Radio-Produktion und auch zu den Entscheidungen der Jury.

Christoph Buggert, selbst Autor und Mitglied des Präsidiums der Akademie, der das Hörspiel als "eine der lebendigsten, phantasievollsten und formal variantenreichsten Kunstgattungen der Gegenwart" bezeichnet hat, lud Autor/ innen, Komponist/innen, Regisseur/innen, Dramaturg/innen und Publizist/innen ein, für diese Hörspiel-Publikation der Akademie persönliche Beiträge zu verfassen: Gedankensplitter, Kurz-Essays, Kommentare, Erinnerungsfetzen, Fußnoten und Polemiken zum Zustand und den Perspektiven der Radiokunst.

So entstand im belleville-Verlag die Anthologie Seismographie des Hörspiels, die zu einer vielstimmigen Momentaufnahme des Genres wurde und einen eindringlichen Blick wirft auf Situation und Entwicklungsmöglichkeiten jener Kunstform, die das Medium Radio originär hervorgebracht hat.

Christoph Buggert (Hrsg), Deutsche Akademie der darstellenden Künste: Seismographie des Hörspiels - 40 Jahre Hörspiel des Monats 1977–2017/
30 Jahre Hörspiel des Jahres 1987–2017,
380 Seiten, broschiert (19 Abb.), erschienen am 2. November 2017, München (belleville-Verlag), ISBN-13: 978-3-946875-21-5, € 32,00

Mit Beiträgen von:
Walter Adler, Katarina Agathos, Regine Ahrem, Andreas Ammer / FM Einheit, Alfred Behrens, Katharina Bihler / Stefan Scheib, Karl-Heinz Bölling, Hermann Bohlen, Karlheinz Braun, Karl Bruckmaier, Christoph Buggert, Klaus Buhlert, Angela di Ciriaco-Sussdorff, Lucas Derycke, Christian Deutschmann, FALKNER, Michael Farin, Stefan Fischer, Thomas Fritz, hartmut geerken, Ulrich Gerhardt, Heiner Goebbels, Kai Grehn, Christine Grimm, Helgard Haug / Daniel Wetzel (Rimini Protokoll), Manfred Hess, Christian Hörburger, Stefanie Hoster, Schorsch Kamerun, Uwe Kammann, Herbert Kapfer, Frank Kaspar, Friedrich Knilli, Helmut Kopetzky, Leonhard Koppelmann, Hermann Kretzschmar, Hans Gerd Krogmann, Hans-Jürgen Krug, Felix Kubin, Sabine Küchler, Anette Kührmeyer, ulrich lampen, Eva-Maria Lenz, Christoph Lindenmeyer, David Zane Mairowitz, Thomas Meinecke, Jochen Meißner, Michaela Melián, Franz Mon, Wolfgang Müller, Martina Müller-Wallraf, Götz Naleppa, Frank Olbert, Elisabeth Panknin, Tom Peuckert, Milo Rau, Thilo Reffert, Holger Rink, Kathrin Röggla, Diemut Roether, Ursula Ruppel, Norbert Schaeffer, Eran Schaerf, Wolfgang Schiffer, Burkhard Schlichting, Raoul Schrott, Nathalie Singer, Tim Staffel, Michael Stauffer, Oliver Sturm, Matthias Thalheim, Ulrike Toma, Lothar Trolle, Wolfram Wessels, Rafik Will, Frank Witzel


Sie können die Anthologie Seismographie des Hörspiels gleich hier vom Sofa ausbei den Kolleg*innen vom belleville-Verlag bestellen.

Oder Sie gehen morgen in die Buchhandlung nebenan und bestellen es - notfalls, was aber kaum einen Zeit- oder Geldvorteil bringt
in Amazonien mit rotierenden Versandbotendiensten.

Eine mehrminütige Hörprobe mit Beiträgen aus dem Buch finden Sie von Radio Bremen angekündigt und zum Hören in der linken Spalte.

Sie können sich aber auch die siebzigminütige Sendung als mp3
von Radio Bremen streamen sowie auf YouTube mit einer gemopsten Grafik des Westdeutschen Rundfunks (siehe linke Spalte) anschauen.





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