|
05.02.2012
Abseits der BühneMit NachdruckAndere Redaktionen, Lektoren und Verlage haben die Dichtkunst des Schauspielers Michael Hasenfuß auch ihrem Publikum gern vorstellen wollen. Der Wachholtz-Verlag beispielsweise präsentierte "Die schrabbelgereimte Ballade vom Feuerschiff" komplett in seiner Anthologie "Nordsee ist Wortsee", herausgegeben vom Autorenkollegen Nicolaus Nowack, und zwar auf den Seiten 86 bis 91. Und auch die zweite Anthologie der Hamburger Kult-Lesereihe Kaffee.Satz.Lesen druckte nach einem riesigen Lesungserfolg eine Hasenfuß-Ballade nach. Ansonsten ließ sich Michael Hasenfuß in Norddeutschland leider - der weiten Reise aus Zürich wegen - von ausgesuchten Schauspielerkollegen würdig vertreten. |
Michael HasenfußDer Sprachspieler - zwischen Liebe, Tod und TaucherlebnissenMichael Hasenfuß hat eine gängige und doch ungewöhnliche Karriere als Schauspieler gemacht. Seit langem schon spielt er fürs Fernsehen und das Theater große und kleine Rollen. Aber er wollte nicht immer nur fremde Texte auswendig lernen und darstellen ... In den Proben- und Drehpausen schrieb Michael Hasenfuß daher erst für sich auf, was er "schrabbelgereimt" nennt: Tragische wie komische, poetische wie rumpelige Balladen über Liebe und Tod, nette Tiere und bittere Täuschungen - Geschichten wie sie sonst nur das Leben schreibt. Und wie Sie sie sonst nie erfahren würden!
Eine andere, balladeske Form der TragikomikWie der Autor arbeitet...Michael Hasenfuß wurde 1965 in Wuppertal geboren. Nach dem Abitur und Zivildienst besuchte er gleich den Studiengang Schauspiel an der "Hochschule für Musik und Theater" in Hannover. Seither arbeitet er als freischaffender Schauspieler an verschiedenen Stadttheatern (u.a. Staatstheater Schwerin, Landesbühne Wilhelmshaven, Stadttheater Luzern) und in der sogenannten "freien Szene" sowie für Fernsehproduktionen in Deutschland (u.a. Kampnagel Hamburg, TAT Frankfurt am Main) und der Schweiz (u.a. Claque Baden, Rote Fabrik Zürich, Klibühni Chur). Er war am Theater Winkelwiese in Zürich u.a. in der Schweizer Erstaufführung von „Mainstream“ von David Greig in der Inszenierung von Gian Manuel Rau zu sehen, sowie in der Uraufführung von „Mañana“ von Marianne Freidig in der Inszenierung von Anina La Roche und auch in der Uraufführung des Autorenprojekts „Gelobtes Land“. Ebenso hat er in der von ihm mitgegründeten Theaterformation SUOMI SPAT den Monolog für einen Schauspieler „Finnisch“ von Martin Heckmanns in der Regie von Rachel Braunschweig zur Schweizer Erstaufführung gebracht. Es folgten weitere Engagements in der freien Szene in Zürich u.a. in Meret Maters Inszenierung von „Fackeln“ von Suzanne Zahnd und „Helping Hands“ in der Regie von Michel Schröder. Zur Zeit arbeitet er mit Erich Sidler an „Frau Hegnauer kommt“ von Lisa Stadler für das Theater Winkelwiese, das Schlachthaus-Theater Bern und das Theater Tuchlaube in Aarau. Michael Hasenfuß wurde als Theaterschauspieler in den ersten sieben Jahren beim Hamburger Jedermann einem großen bundesweiten Publikum bekannt. Danach nahm ihn eine größere Öffentlichkeit in Dutzenden Zeitungsartikeln als bejubelter, angeblich erster schwuler Freund von Tiefkühlkost - jedenfalls für die Werbung und die Fachwelt war das ein Ereignis. Weniger auffällig als der heiße Eismann bei Iglo war seine spätere Rolle als "Manager", der sich hinter den Deich zurückgezogen hat, um dort in Ruhe norddeutsches Bier zu genießen. Solchen holprigen Weg vom Jedermann zum Mann mit Jever hat Michael Hasenfuß gut mit seinen "schrabbelgereimten Balladen" - wie er sie nennt - überstehen können. Seit 1996 schreibt er die kleinen und großen Balladen von Menschen und anderen Wesen, die uns oft nur allzu gut vertraut sind ...
Wer die Aufs und Abs kennt ...Der Autor als bester RezitatorDa mag sich der Leser zunächst wundern, wenn es in der Hasenfuß'schen Poesie vordergründig beispielsweise um ein eitles Perlhuhn geht, das einem Haubentaucher auf dessen angestammtem Baggersee dumm kommt. Die Aufs und Abs des Alltags schildert Michael Hasenfuß eben stets schmunzelnd und mit der ganzen Erfahrung dessen, der alles schon einmal gehört und gespielt hat. Einer, der weiß, was Misstöne auslösen können und das richtige Wort zum richtigen Zeitpunkt bewirkt. Einer, der genau weiß, was nur Theater ist ... Michael Hasenfuß hat auch Regie geführt, erstmals 1994 in „Action" von Sam Shepard bei der neuen "WuTH" in Wuppertal. 1997 hat er "Töte Deinen Nächsten wie Dich selbst“ von Jorge Diaz am "Hamburgischen Schauspiel Studio" inszeniert. Es folgte 1997 der "Hallomann" aus "Frankenstein oder aus dem Leben der Angestellten" von Wolfgang Deichsel am "Theater in der Speicherstadt" in Hamburg. 2004 schließlich hat er auch die erste Inszenierung eines von ihm selbst geschriebenen Stückes, nämlich „Die Ballade vom Auszug aus einem Bodenstaubsauger“ (das Paradestück seiner Schrabbelreime vom Scheitern!), im Rahmen von Petit Beurre an der "Roten Fabrik" in Zürich auf die Bühne gebracht. Seine präzise gearbeiteten Sprachstücke rezitiert Michael Hasenfuß zunächst selber, um zu erproben wie sie funktionieren. Am liebsten würde er sie und sich häufiger Zuhörern vorführen, die fasziniert seiner Sprechkunst folgen. Doch als Rezitator kommt Michael Hasenfuß leider nur selten nach Deutschland. Seine Theaterprojekte in der Schweiz kosten die ganze Zeit und Kraft. Zudem wurde er zum zweiten Mal Vater. Die seltenen Lesungstermine erfahren Sie zuerst auf dieser Seite - oder wenn Sie sich in unserer Service-Rubrik in den Kontaktbogen für Leser für entsprechende Info-Mails eintragen.
|