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05.02.2012
Berichte aus der ProvinzMit viel MusikWas Musiker zu sagen haben, müssen sie nicht allein ihrem Instrument überlassen - schon gar nicht der allgemeinen Geschwätzigkeit preisgeben. Roland T. Prakken erzählt still und stets mit Witz von den langen Fahrten zwischen seinen Auftritten landauf landab, zwischen Stockhausen und Ibbenbüren. Er nutzt lächelnd die Pausen. Es sind auch diese leeren Stellen zwischen den Tönen, die der Musik ihren Klang geben - und auch dem Roadbook, das von den Musikern erzählt, die wir abends nebenan hören können ... Weiter Informationen zu Roland Prakken finden Sie auf den Webseiten seines Bandprojekts KLEINE FREIHEIT und seiner Formation STYLE BANDITS. |
Roland T. PrakkenDer KlangsprachlerWas Musiker zu sagen haben, müssen sie nicht allein ihrem Instrument überlassen - schon gar nicht der allgemeinen Geschwätzigkeit preisgeben. Roland T. Prakken ist ein stiller Typ. Die langen Fahrten zwischen seinen Auftritten landauf landab haben ihn gelehrt, geduldig mit sich und seinem Publikum zu sein, ob dieses nun Jazz, Folk oder Pop hören mag. Er nutzt lächelnd die Pausen. Es sind diese leeren Stellen zwischen den Tönen, die der Musik ihren Klang geben - und auch dem Roadbook "Treulose Tomate ist mein Gemüse", das von jenen Musikern erzählt, die wir ab und an noch abends nebenan hören können ...
Eine andere, klangspielerische Art der Kultur-KritikWenn Musik zu Geschichten wird ...Weshalb bloß sind soviel Prominente Schlagergrößen heimliche Jazz-Sänger? Warum nur greint einer über Pickel, Suff und fehlenden Sex in seinen frühen Muckerjahren, der all das auch heute noch haben kann? Warum spielt einer seit Jahrzehnten allerorten Musik und klagt allenfalls über die dürftige Gastronomie auf dem Land? Roland T. Prakken wundert sich mehr über Veranstalter, die dümmer sind als das Publikum es für möglich halten würde, das ihnen für Live-Musik stattdessen dankbar ist. Er beschreibt, wie Musiker an sich zweifeln und damit rechnen müssen, ihre Musik nicht mehr spielen zu können, wenn eine Familie gegründet wird oder bloß der Wunsch aufkeimt, einen teureren Rotwein im Lokal zu bestellen. Prakken beschönigt nichts, was die derzeitige Musikszene in Deutschland ausmacht. Er macht sich allenfalls mit mildem Spott über Auswüchse wie Countryfestivals und Hardcore-Folkies lustig. Manchmal sagt die Musik mehr als Wörter. Manchmal sind die Musiker auch mehr als nur eine Band. Roland T. Prakken weiß das virtuos zu gewichten. Zwischen manchem hart geschlagenen Akkord surren Solo-Läufe oder gibt ein raffinierter Rhythmus den Ton an. Bei ihm hört das Konzert nicht auf, wenn das Licht abgestellt wird.
When The Music Is Over - Turn Out The LightsEin Musiker schlägt andere Töne an ...Der Autor ist kein Vegetarier. Er kocht gerne und weiß, wovon er dabei redet. Sein Hackbraten ist legendär, wurde aber bislang noch von niemandem für Gemüse gehalten. Roland T. Prakken wurde 1959 in Hamburg-Harburg geboren und macht daraus keinen Hehl oder Aufriss. Er studierte Orientalistik bevor er sich mit ganzer Kraft der Musik zuwandte, seiner Musik, die immer wieder zwischen Jazz, Folk und internationalen Volksliedern von Schweden bis Kurdistan changiert. Die Etiketten "Weltmusik", "Ethno" oder "Crossover" werden der raffinierten Melange nicht gerecht. Prakken begann Anfang der Achtzigerjahre in den einschlägigen Hamburger Folk-Kneipen und Jazz-Clubs, mal als Solist, mal in Formationen auch mit bereits bekannten Jazzgrößen. Konzertreisen mit verschiedensten Formationen der unterschiedlichsten musikalischen Richtungen und wechselndem Erfolg verschafften ihm solide Ortskenntnisse in Deutschland, Dänemark, Spanien und in der Türkei, vor allem aber Lebenserfahrungen im launigen Business. Derzeit konzertiert er vor allem mit "The Style Bandits", "Acoustic Bazaar" und "Crosstown Traffic". Er arbeitet außerdem als freier Musiklehrer, leitete zwei türkisch-kurdische Chöre sowie das interkulturelle Schulprojekt "Köprü" in Hamburg und unterrichtete junge Sintimusiker an der Jazzgitarre.
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