Ist "Wikipedia" überhaupt "relevant?

Warum der Nachttischbuch-Verlag nicht in der "online-Enzyklopädie" erscheint...

 

Manchmal erfahren wir bei "Google", "Facebook" oder anderem Gedöns  etwas über den Nachttischbuch-Verlag, was zumindest wir jedenfalls nicht wussten.

 

Beispielsweise, dass wir Urheberrechte einer Autorin verletzt oder einen Prozess verloren. Dass nichts stimmte, minderte nicht den Unterhaltungswert hätten. Dumm gelaufen sowas, zumal sie uns verklagt hatte und ihre Klage "abgewiesen" worden war.

 

Man nennt solch ein Getratsche dann merkwürdigerweise ein "soziales Netzwerk", obwohl man uns in sozialer und sogar in digitaler Verbundenheit auch einfach per "Facebook" direkt hätte fragen können, was denn stimmte an den üblen Unterstellungen. Naja.

 

Und ab und zu gab es unerwartete Neuigkeiten, zu denen es nicht einmal einen realen Anknüpfungspunkt gab. Beispielsweise am 22. August 2015: Da mailte uns Peter Ga., dass ein "Löschantrag" zum Nachttischbuch-Verlag auf "Wikipedia" heftige "Diskussion" ausgelöst hatte: Ist der Nachttischbuch-Verlag (beziehungsweise ein zugehöriger Beitrag, bei "Wikipedia" hochtrabend "Artikel" genannt) "relevant" genug oder nicht, war da die große Frage.

 

Wir danken für diesen direkten Hinweis. Na endlich doch mal soziale Kommunikation?

 

Oder auch nicht. Denn: Danke nein, lieber Peter Ga. - Dein uncharmanter "Kommentar" mitten im "Wikipedia"-Löschgetümmel, freut uns gar nicht. Auch er wollte uns nicht auf diesen erlauchten Seiten sehen.

 

Für uns war der Hinweis auf diesen "Löschantrag" allerdings mal ein Blick in eine fremde, schöne neue Welt.

 

Ein Journalist hätte ja früher auch mal nachgefragt bei Betroffenen. Das nannte man "Recherche" oder "Stellungnahme" einholen. Heute geht es bei "Wikipedia" offenbar um Wichtigeres, nämlich um eine Enzyklopädie. Um Wissen - und damit immer auch gleich um Nicht-Wissen. Wer was weiß, hat die Macht, könnte der zielführende Sinnspruch in abwandlung einer Binsenweisheit sein..

 

Das scheint bei einer "Wikipedia"-Diskussion wie dieser zu heißen: Welche Information kann man grundsätzlich überforderten Menschen denn noch zumuten, die etwas wissen wollen - oft genug ohne zu wissen, was denn eigentlich? Dies verheißt ja die oft beschworene "Ökonomie der Aufmerksamkeit": sich heldenhaft der "Flut" der "Informationen" entgegenzustemmen, und sei es hinter den Kulissen.

 

Da tritt dann "Wikipedia" einerseits helfend auf den Plan, um vorzusortieren, was der dumme Leser, zu denen heutzutage leider viel zu vielen Journalisten gehören, ohnehin nicht beurteilen kann. Oder andererseits auf die Füße, wem auch immer.

 

Denn alles Wissen muss heutzutage irgendwie "relevant" sein und organisiert und enorm hintergründig, sonst kann man ja gleich "RTL 2" oder "Anne Will" sehen, oder?

 

Deshalb wurde der Wikipedia-Artikel zum Nachttischbuch-Verlag am 28. August 2015 gleich wieder gelöscht. Mit dieser relevanten Begründung: "Gelöscht. Die Relevanz ist nicht ausreichend im Artikel dargestellt, zudem in dieser Form überaus werbend geschrieben (vgl. WP:WWNI, WP:NPOV, zudem WP:ART). --Leithian athrabeth tulu 18:08, 28. Aug. 2015 (CEST)."

 

Aha. Soso.

 

Früher hätte beispielsweise eine Lexikon- oder sonstige Redaktion ja mal überarbeitet, um womöglich Werbendes rauszustreichen und einen Artikel mit Informationen sachlich zu ergänzen.
 

Eines zumindest hätte "Wikipedia" erfahren können, wenn der Nachttischbuch-Verlag bloß ein Mal gefragt worden wäre: Uns reizt nichts an einem "Artikel" bei "Wikipedia" über uns. Wir halten "Wikipedia" nämlich nicht für "relevant".

 

Und unser Kleinstverlag ist es auch nicht. Eben deshalb gibt es ja diesen immerhin von selbsternannten Kulturverwaltern zu löschenden Nachttischbuch-Verlag: Für Unwichtige, die aber nette Menschen sind, die Unerwartetes schreiben - und für allerlei Unwichtigkeiten, die wohlfeil zu lesen sind oder auch mal irrelevant interessant.

 

Darum für die Zukunft zwei Bitten an all die Wikipedianer im Verborgenen:

  • Lasset ab von dem Tumult in Hinterzimmern!
  • Und zugleich: Macht weiter so! Wir gehören seit langem zu den Spendern für "Wikipedia" und werden das auch in Zukunft so halten, weil in vielen "Wikipedia"-Beiträgen gesellschaftliche Erinnerungen zumindest splitterhaft wachgehalten oder sogar weit verstreute links genannt wurden, die sonst verloren gingen.

 

Mit einer Enzyklopädie haben das Projekt und seine Arbeitsweise allerdings nichts zu tun. Für uns beispielsweise ist es lediglich eine angenehmere und werbefreie Suchmaschine als "Google" (siehe dazu unsere Notiz zum Datenschutz), nämlich metager.

 

Aber das ist heutzutage wohl schon sehr viel verlangt.

 

 

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