Ina Bruchlos

Die Sprachmalerin - zwischen Polke und Mittwochskartoffeln


Ina Bruchlos ist Malerin und Autorin. Beide Berufe ergänzen sich. Das Bildhafte treibt ihre Sprachspiele ins Ungeahnte. Die Sprache turnt akrobatisch über misslungenen Sinnbildern im sabbeligen Alltag.

Die Leichtigkeit und der Aberwitz, mit dem Ina Bruchlos ihre kurzen Geschichten unbeschwert und doch tiefgründig erzählt, erinnert Zuhörer und Kritiker immer wieder an Eckhard Henscheid, Hanns-Dieter Hüsch oder Ingomar von Kieseritzky. Besser, Sie lesen selbst diese Meister-Stückchen leichter Literatur, die unvergleichlich sind.

Eine andere, nicht so flache Form der Bilder

Wie die Autorin arbeitet


Ina Bruchlos zeige "die Dinge am Punkt ihres Scheiterns", schrieb das Main-Echo. Punktum. Das "fragmentarische Nebeneinander" ihrer Zeichnungen lobte der Kölner Stadtanzeiger. Weil auf diese Weise "vieldeutige Interpretationen" möglich seien. Na also, na bitte.


"Begonnene Geschichten" blieben manchmal offen, notierte hingegen die Offenbach Post. Doch sie "verdichteten" sich. Und selbst "simple Gegenstände" würden so "zu Fetischen". Solch eine "Dramatik des Banalen" würdigte auch 1/4 nach 5, das "Magazin für St. Pauli".


Am Rande St. Paulis nahe Altona wohnt Ina Bruchlos, in der Stresemannstraße - und ihre lakonischen Geschichten können nur da, gleich neben dem Lärm der Laster, entstehen. Sie schildert, wie sie in ihrer Küche auf ihre Ideen zu Geschichten oder Bildern kommt - und lässt die Leser auf amüsante Weise an einem alles andere als rosigen Künstlerleben teilhaben.


Die Oberfläche der Bilder interessiere sie weder als Malerin noch als Betrachterin, erklärt Ina Bruchlos in ihren munteren Erzählbanden  Nennt mich nicht Polke! und Mittwochskartoffeln.  Dem Flachen der Leinwand gibt sie in ihren lustigen und doch melancholischen Alltagsbeschreibungen ungeahnte Tiefe. Sogar noch wenn es nur darum geht, welche Fußmatte sich ihre Mutter denn mal aussuchen möchte, um die Nachbar mit einem Sinnspruch darauf zu ärgern.


Weitere Informationen finden Sie auf den Nachttischbuch-Programmseiten.

Wer an der Straße Stories schreibt ...

Die Autorin als Malerin


Nach dem Abitur hatte Ina Bruchlos zunächst Germanistik an der "Johann-Wolfgang-Goethe-Universität" in Frankfurt am Main studiert, dann ab 1986 "Visuelle Kommunikation" an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. 1994 diplomierte sie als Designerin, 1998 schloss sie zusätzlich als zertifizierte "Freie Künstlerin" ab.


Seither arbeitet Ina Bruchlos freiberuflich in der Hansestadt. Direkt an der lauten Straße fallen ihr neben ironischen Bildern auch verspielte Sprachbilder ein. 2002 erhielt sie deshalb noch vor ihrem ersten Buch einen "Förderpreis für Literatur der Kulturbehörde Hamburg". 2005 gewann sie den "Publikumspreis" bei der Präsentation des "Hamburger Ziegels", einer Anthologie der Kulturbehörde Hamburgs.


Ein halbes Jahr später erschien ihre erste Kurzgeschichtensammlung "Nennt mich nicht Polke!", in der selbst Leser, die nicht an Kunst interessiert sind, erfahren, was es heißt, immer wieder mit jemand anderem zu Recht oder Unrecht verglichen zu werden.


Gerade dies Uneitle in ihren Geschichten brachte die Autorin zum Nachttischbuch-Verlag. Den Lesern suchte die Autorin zur Illustration eigene Bilder heraus, die in den vergangenen Jahren bei Ausstellungen in ganz Deutschland zu sehen waren oder noch sein werden.

 

Lesen Sie hier den Text, mit dem Ina Bruchlos schon 2002 den Förderpreis für Literatur der Hansestadt Hamburg gewann: "Warum verlangsamen Vögel ihren Flug? Fällt ihnen überraschend etwas ein?" aus der Sammlung "Städteverbindung Frankfurt-Hamburg".


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